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22.07.2025

"Einmal werben ist zu wenig"

Wie sich der Kärntner MONAT seit 44 Jahren behauptet, warum Print noch lange nicht tot ist - und was sich Alexander Suppantschitsch von Kärntens Kreativszene wünscht.

Herr Suppantschitsch, 500 Ausgaben Kärntner MONAT - das ist eine beeindruckende Zahl. Was bedeutet dieses Jubiläum für Sie persönlich und für das Team?

Alexander Suppantschitsch: Das ist für mich und für den Kärntner MONAT natürlich ein Meilenstein. 500 Ausgaben beziehungsweise 44 Jahre ist für ein Magazin schon sehr beachtlich und macht uns auch sehr stolz.

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, aber auch die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Magazins?

Es gab natürlich unzählige Auf und Abs. Wirtschaftliche gute und schlechte Zeiten, aber der Kärntner MONAT hat sich immer durchgekämpft. Im Laufe der Jahre sind wir gewachsen und es kamen viele Produkte dazu, unter anderem das Alpe Adria Magazin.

Viele Printtitel haben in den letzten Jahren stark unter Leserschwund gelitten - worin liegt das Erfolgsrezept des MONAT?

Print lebt - kann ich nur sagen! Der Inhalt, die Aufmachung und der Vertrieb müssen stimmen und wir haben in Kärnten sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal mit zum Beispiel unserem „Small Talk“. Die Menschen sehen sich noch immer gerne im MONAT.

Wie behauptet sich ein Printmagazin wie der Kärntner MONAT im digitalen Zeitalter - insbesondere gegenüber Social Media und Online-Nachrichten?

Das ist natürlich nicht einfach, aber wir versuchen Themen fern vom Alltag aufzugreifen und die „Sonnenseite“ des Lebens ins Heft zu bringen.

Die Kärntner Werbeszene ist seit Jahrzehnten eng mit dem MONAT verbunden. Wie würden Sie diese Zusammenarbeit heute beschreiben - und was macht gute Kooperationen aus Ihrer Sicht aus?

Auch die Werbeszene beziehungsweise das Agenturleben hat sich verändert. Aber gute Kooperation und vor allem seriöse Zusammenarbeit steht ganz oben. Wir halten, was wir versprechen.

Sie sind auch langjähriger Partner/Sponsor des Kärntner Werbepreises CREOS. Warum ist Ihnen diese Partnerschaft wichtig?

Wir sind Partner, weil es für mich wichtig ist, dass wir ein Bekenntnis zur Kärntner Werbeszene zeigen. Wir gehören da einfach dazu. Und Volkmar Fussi ist schon lange ein Wegbegleiter vom Kärntner MONAT und somit - für mich ein klares Ja zum CREOS.

Welche Bedeutung hat regionale Werbung in einem Magazin wie dem MONAT?

Eine ganz große Bedeutung! 90 Prozent von unserem Umsatz machen wir mit Kärntner Kunden und wir wiederum versuchen ganz viele Kärntner Betriebe im MONAT zu präsentieren.

Was wünschen Sie sich von Agenturen, Kreativen und Kund:innen in Kärnten, damit Werbung im Print weiterhin erfolgreich bleibt?

Viele Agenturen haben sie natürlich auf Social Media und so weiter konzentriert. Sie müssen auch die klassische Printwerbung wieder beleben und forcieren. Das wäre großartig!

Was ist aus Ihrer Sicht Werbung, die wirklich funktioniert?

Nicht ganz einfach zu beantworten, aber sie soll auffallen, frech sein, einladen aber auch informativ sein. Wichtig ist natürlich ein langer Atem - einmal werben ist zu wenig.

Wie haben sich die Anforderungen an Werbebotschaften in den letzten 10 bis 15 Jahren verändert - vor allem mit Blick auf Aufmerksamkeitsspannen und Mediennutzung?

Natürlich sind wir alle unter „Strom“ und das Handy gibt den Takt vor. Aber MONAT lesen und sich entspannen hilft und schafft Aufmerksamkeit!

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Sehen Sie KI als Gefahr oder als Chance für den Journalismus - und konkret auch für ein Magazin wie den MONAT?

Ganz schwieriges Thema. Aber man kommt um die KI nicht mehr herum. Wir nutzen sie noch wenig weil unsere Stories sehr persönlich sind und hier hilft die KI noch nicht. Aber aufhalten wird man die KI nicht können. Wichtig muss aber immer der Journalist bleiben. Es muss „menscheln“ beim Zeitungsmachen.

Wenn Sie an die nächsten 500 Ausgaben denken - was wünschen Sie sich für den Kärntner MONAT, die Medienlandschaft in Kärnten und die heimische Werbewirtschaft?

Ganz schwer, so weit voraus zu denken. Aber ich will den MONAT noch ganz lange modern und pfiffig gestalten mit meinem Team - und das natürlich erfolgreich. Dazu brauchen wir die heimische Werbewirtschaft!

Autor

von Create Carinthia


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