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Wenn Werbung die Amygdala trifft
Die Fachgruppe Werbung tagte groß in der Eventhalle der Kleinen Zeitung und es wurde eines deutlich: Wer Erfolg haben will, muss Emotionen wecken, kreative Grenzen sprengen - und Künstliche Intelligenz (KI) richtig nutzen.
Gleich zu Beginn war KI die Hauptdarstellerin im Trailer zur Fachgruppentagung. Die Regisseure Freddy Mautendorfer und Jürgen Fugger verwandelten Fachgruppenobmann Volkmar Fussi in einen Actionhelden. Er navigiert durch Explosionen, springt Master-of-Dirt-like über Sanddünen und fliegt Abfangjäger. Möglich macht das KI. Mit 20 getesteten und 13 aktiv genutzten Anwendungen zeigen die beiden, wie KI Arbeitsprozesse beschleunigt. Doch Vorsicht mahnt Fugger: KI sei nicht gleich Kreativität! Der Grafiker werde zum Creative Director - Ideen und Planung bleiben menschlich. Die besten Tools kommen aus Asien, aber sie sind teuer. Dennoch: „Je länger man KI nutzt, desto schneller kommt man zu beeindruckenden Ergebnissen“, so das Fazit.
Zum Trailer auf vimeo.com >>
Turbo fürs Neugeschäft
Beeindruckende Ergebnisse präsentierte Werbesprecher Volkmar Fussi. 1500 Mitglieder und zahlreiche neue Gesichter in der Community lassen die Fachgruppe kontinuierlich wachsen. Deshalb bleibt auch die Kammerumlage weiterhin unverändert. Und auch die sogenannte Turbo-Förderung findet großen Zuspruch: „162 Kundenaufträge wurden heuer lukriert und 77.200 Euro Förderung ausbezahlt“, sagt Fussi. 2025 soll die Förderinitiative wiederholt werden. Außerdem steht der Werbepreis CREOS an, der am 24. Oktober 2025 verliehen wird. Für den Obmann ist 2025 auch deshalb spannend, weil die Wirtschaftskammerwahl im März stattfindet. Fussi ruft zur Teilnahme an der Wahl auf und sagt: „Wir sind dazu da, die Interessen unserer Branche zu vertreten - unabhängig von der politischen Einstellung.“
Hysterische Hausfrau im Kopf
Welche Einstellung unser Gehirn gegenüber Kaufentscheidungen hat, das brachte den rund 120 Teilnehmenden Neuromarketing-Expertin Sandra Preiss näher. Ihr Rezept: Blickkontakt, Emotionen und Storytelling. „Das Gehirn liebt Ästhetik und hasst Irritation. Werbung muss ins Belohnungszentrum zielen - dort werden Kaufentscheidungen unbewusst getroffen“, so Preiss. Aber: Werbung muss nicht gefallen, um zu verkaufen.“ Preiss warnte vor ermüdenden Präsentationen: „Die Amygdala, unsere hysterische Hausfrau im Kopf, entscheidet in Sekunden über Vertrauen. Wer das übersieht, verliert seine Chance!“ Ihr Tipp vor allem für die Grafikexperten: Die wichtigen Infos in der Mitte platzieren, weniger Text, mehr Bilder und viel Emotionen. Und: „Vermeiden Sie Text-Bild-Scheren - der Text muss zum Bild passen.“
Medienhaus in Transformation
Und wenn wir schon beim Text sind: Oliver Bergauer und Uwe Sommersguter präsentierten, wie die Kleine Zeitung als „Content-Medienunternehmen“ neue Maßstäbe setzt. Ob Werbewirksamkeitsstudien, Podcasts, oder 1.200 Videos pro Jahr - die Kleine Zeitung ist innovativer denn je. Bergauer: „Wir öffnen mit der Werbewirtschaft immer neue Themenfelder. Regionalität bleibt unser Herzstück.“
Werbung als Handwerk der Zukunft
Die Tagung war ein leidenschaftlicher Appell für kreative Transformation. Denn wie Sandra Preiss betonte: „Werbung muss emotional relevant sein. Ohne Verbindung zur Lebensrealität der Konsumenten springt das Gehirn nicht an.“ Die Zukunft gehört denen, die Emotionen, Kreativität und Technologie miteinander verschmelzen. Wer jetzt nicht kämpft, verpasst den Anschluss.