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20.08.2026

Zwei Marken, zwei Geschichten, eine Idee

Vom Klopeiner See bis ins Kaffeeregal: Die Klagenfurter Agentur BIGBANG zeigt mit zwei aktuellen Markenprojekten, wie aus gewachsener Geschichte eine zeitgemäße Markenidentität entstehen kann.

Beim Seehotel Amerika Holzer am Klopeiner See führte der Weg zum neuen Auftritt fast 100 Jahre zurück. Seit 1927 steht der Betrieb für Sommerfrische am See – und für eine ganz persönliche Form von Freiheit. Genau dieses Lebensgefühl wurde zum Kern der neuen Marke. BIGBANG verantwortete Markenstrategie, Identity, Design und Bildwelt.

Der Claim „Freiheit. Seit 1927.“ verdichtet die Positionierung auf drei Worte. Charakterstarke Typografie mit Anleihen am italienischen Poster-Design, Farben wie Flieder, Zwetschge, Zitronensorbet und Marille sowie bewusst skizzenhafte Illustrationen übersetzen das Lebensgefühl in eine eigenständige visuelle Identität. Auch die Bildwelt verzichtet bewusst auf inszenierte Perfektion.

„Amerika Holzer verspricht keine große Freiheit, sondern die kleine, persönliche – die Freiheit, nichts zu müssen“, erklärt BIGBANG-Geschäftsführer Christian Smerietschnig. Die Herausforderung sei gewesen, dieses Gefühl sichtbar zu machen, ohne es künstlich zu inszenieren.


Dass Herkunft auch bei einem Produkt zum entscheidenden Markenkern werden kann, zeigt das zweite Projekt. Für die Familienrösterei Kanzi Kaffee bei Wien entwickelte BIGBANG Markenstrategie, Identity, Design und Packaging neu. Ausgangspunkt war auch hier keine erfundene Werbegeschichte, sondern die tatsächliche Historie der Familie.

Die Urgroßeltern Kanzi heirateten in Triest – jener Hafenstadt, über die Wien seit Jahrhunderten mit Rohkaffee versorgt wurde. Heute röstet die Familie 555 Kilometer entfernt nahe Wien nach der schonenden „Triestiner Art“. Aus dieser Verbindung von italienischer Leichtigkeit und Wiener Gemütlichkeit entstand die neue Markenidee – samt Claim „That’s Amore.“ Er zieht sich von der Identity über das Design und Packaging bis zum Produkt.

„Kanzi ist eine echte Liebesgeschichte, keine italienische Dekoration“, bringt Smerietschnig den strategischen Ansatz auf den Punkt. Das Dolce Vita sei bereits Teil der Familiengeschichte gewesen: „Wir mussten nichts erfinden, nur richtig einrahmen.“

Zwei Projekte, zwei Branchen und zwei völlig unterschiedliche Auftritte zeigen damit denselben Zugang zur Markenentwicklung: Nicht eine möglichst laute Geschichte erfinden, sondern jene finden, die bereits da ist – und ihr die passende Bühne geben.

Autor

von Create Carinthia


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